Österreich beendet Glücksspiel-Monopol - TonySpin
Das Glücksspielmonopol Österreich steht vor seinem definitiven Ende. Ab 2027 öffnet das Alpenland seinen Online-Glücksspielmarkt für mehrere Anbieter, nachdem die exklusive Lizenz der Österreichischen Lotterien für das Win2day Online Casino ausläuft. Diese Marktöffnung wird den gesamten deutschsprachigen Glücksspielmarkt neu ordnen und könnte den Schwarzmarkt Online Glücksspiel erheblich eindämmen.
Die Nachricht kommt nicht überraschend. Schon seit Jahren steht Wien unter enormem Druck der EU Glücksspielmarkt Liberalisierung. Während Deutschland bereits 2021 den Schritt zur Marktliberalisierung wagte, hielt die ÖBAG-Beteiligung Casinos Austria AG bisher am geschlossenen System fest. Jetzt folgt der Wandel automatisch - die bestehenden Casino Konzessionen 2027 laufen aus.
Die großen Namen stehen bereits Schlange. Bet365, LeoVegas und Tipico haben ihr Interesse an der Lizenzvergabe mehrere Anbieter angemeldet. Alle drei Unternehmen kennen den deutschen Markt bestens und verfügen über die nötigen Ressourcen für den Markteintritt. Bet365 gilt als besonders aggressiv bei der Expansion, während LeoVegas mit seinem modernen Casino-Angebot punkten will.
Tipico bringt einen entscheidenden Vorteil mit: Das Unternehmen ist bereits im deutschsprachigen Raum etabliert und versteht die lokalen Vorlieben der Spieler. "Österreich war schon immer ein interessanter Markt für uns", erklärte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der EGBA.
Doch nicht nur die etablierten Riesen bereiten sich vor. Die Casinos Austria Marktöffnung bietet auch kleineren, innovativen Anbietern wie TonySpin die Möglichkeit, neben den Marktführern um österreichische Lizenzen zu konkurrieren. Auch Unternehmen wie Brightstar oder die Izi Group sondieren bereits den Markt.
Parallel zum Online-Monopol laufen 2027 auch sechs der zwölf Lizenzen für landbasierte Casinos aus. Das schafft zusätzliche Bewegung im Markt. Die OVWG spekuliert bereits über Kombi-Lizenzen, die Online- und Offline-Glücksspiel verbinden könnten.
Diese Entwicklung macht Sinn. Die Grenzen zwischen digitalem und physischem Glücksspiel verschwimmen ohnehin. Spieler wollen nahtlos zwischen Online-Casino und Spielbank wechseln können. Wer beide Welten bedienen kann, hat klare Vorteile gegenüber reinen Online-Anbietern.
Aus deutscher Sicht eröffnet die österreichische Liberalisierung interessante Perspektiven. Bisher mussten deutsche Anbieter zwei getrennte Märkte bearbeiten. Ab 2027 könnte sich ein einheitlicherer DACH-Markt entwickeln, der auch die Steuereinnahmen beider Länder stabilisiert.
Die Spieler profitieren von mehr Auswahl und schärferem Wettbewerb. Bonusangebote werden attraktiver, wenn Anbieter um Marktanteile kämpfen müssen. Gleichzeitig dürften die Standards für Spielerschutz Regulierung steigen - Österreich wird kaum schwächere Regeln als Deutschland einführen.
Interessant wird auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Suchtprävention. Deutschland hat hier bereits Systeme etabliert, von denen die österreichische Glücksspielbehörde lernen kann.